Im Jan Thorbecke Verlag Ostfildern sind 2008 zwei lesenswerte Monographien erschienen:
In diesem Buch stellt der Bochumer Mathematiker Günter Ewald zunächst dreißig Nahtodberichte aus Deutschland vor. Er beleuchtet dann medizinische, naturwissenschaftliche und paranormale Aspekte des Phänomens und wendet sich schließlich dem Verhältnis von Nahtoderfahrungen und Religion zu. Ein überaus anregendes Buch für alle, die sich mit dem Thema Leben und Sterben auseinander setzen.
Steht der Durchbruch zur denkenden Maschine, zur echten künstlichen Intelligenz, kurz bevor? Wirft die Quantenphysik unser ganzes Weltbild, auch den christlichen Glauben über den Haufen? Ein aufschlussreiches, materialistische Welterklärungsversuche transzendierendes Buch.
Rechtzeitig zum 2. Ökumenischen Kirchentag hat der Theologische Verlag Zürich zwei neue Bücher des Bad Nauheimer Theologen und Ikonen-Malers Professor Dr. Helmut Fischer herausgegeben. Beide bieten hilfreiche Klärungen zu Fragen, die im zeitlichen Umfeld des Kirchentages wieder stärker in den Blick rücken und auf diesem selbst auch diskutiert werden. Euphorie ist allerdings nicht angesagt. Und das hat tiefgehende Gründe, wie man in Fischers beiden Büchern nachlesen kann.
In dem 2009 erschienenen Buch „Gemeinsames Abendmahl?“ arbeitet Helmut Fischer das Abendmahlsverständnis der großen Konfessionen heraus. Ausgehend von den neutestamentlichen und anderen frühchristlichen Schriften, schlägt er einen weiten Bogen zu neuzeitlichen Dokumenten, wie etwa der päpstlichen Enzyklika „Ecclesia de eucharistia“ (2003) oder der „Konkordie reformatorischer Kirchen in Europa“ (1993/2003). In der ihm eigenen gedanklichen und sprachlichen Präzision arbeitet er die entscheidenden Entwicklungsschritte und Weichenstellungen heraus, die zu den heute jeweils vertretenen römisch-katholischen, evangelischen und orthodoxen Positionen im Abendmahls- bzw. Eucharistieverständnis geführt haben. Dabei fällt besonders auf, dass das Abendmahl in den biblischen Texten als ein sichtbares Zeichen der Gemeinschaft begegnet, während es heute als Symbol konfessioneller Trennung erscheint. Deutlich wird auch, dass diese Positionen eng verknüpft sind mit dem jeweiligen Verständnis von Kirche.
Diesem Thema wendet sich Helmut Fischer in seinem zweiten, im Februar diesen Jahres erschienenen Buch „Einheit der Kirche?“ zu. Im Mittelpunkt des Buches stehen drei Kirchenmodelle, die sich im Verlaufe der Geschichte herausgebildet haben: das byzantinische Modell der Orthodoxie, das westliche Modell des römischen Katholizismus und das Modell des Protestantismus. Von den Anfängen ausgehend, erhebt Fischer aus offiziellen Dokumenten der Kirchen ihre jeweiligen Selbstverständnisse. Auch wenn diese nicht selten in Spannung zu dem stehen, was sich orthodoxe, römisch-katholische und evangelische Gläubige für das Miteinander gegenwärtig wünschen, sind sie doch für das Verhältnis der Kirchen zueinander bestimmend. Und dieses ist, wie Helmut Fischer zeigt, noch weit davon entfernt, als „eine offene Dialoggemeinschaft gleichwertiger Partner“ ausgestaltet zu werden, „die auf der Basis der gemeinsamen biblischen Schriften und im Kontakt mit den Herausforderungen der Zeit nach jenem Christuszeugnis fragt, aus dem Kirche lebt“. Immerhin: Der 2. Ökumenische Kirchentag ist ein richtiger Schritt auf dem Weg zu wechselseitigem konfessionellen Respekt und konstruktiver Toleranz.
Die Impulse, die vom Münchener Ökumenischen Kirchentag ausgehen, werden, wie immer sie auch geartet sein mögen, auf Vertiefung drängen. Dazu bieten Helmut Fischers Bücher wertvolle, theologisch gründlich durchdachte Hilfen. Überdies sind sie schon wegen ihrer klaren, verständlichen Sprache und auch ihrer Aufmachung zur Lektüre sehr zu empfehlen.
Im Jahr 2008 hat der renommierte Theologische Verlag Zürich zwei Bücher des in unserer Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung langjährig tätigen Professor Dr. Helmut Fischer veröffentlicht: „Musste Jesus für uns sterben?“ und „Haben Christen drei Götter?“. Beiden Büchern ist jetzt ein dritter Band in gleicher Aufmachung gefolgt, und zwar zum spannenden Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaft.
Der Erscheinungstermin ist bewusst gewählt, jährte sich doch im Februar dieses Jahres der Geburtstag des bedeutenden britischen Naturforschers Charles Darwin zum 200. Mal. Mit seinem Namen maßgeblich verbunden ist die Begründung der modernen Evolutionstheorie. Seither ist der Begriff „Evolution“ zu einem Reizwort geworden, an dem sich die Geister zwischen religiösem und naturwissenschaftlichem Weltverstehen scheiden, an dem eine ideologische Front aufgebaut worden ist, an der geradezu verbissen gekämpft wird. Man denke nur an den vor allem in den USA verbreiteten Kreationismus auf der einen und den religionskritischen britischen Biologen Richard Dawkins mit seinem „Gotteswahn“ auf der anderen Seite.
Schon mit der Wahl des Titels „Schöpfung und Urknall“ signalisiert Helmut Fischer, dass er sich mit seinem Buch weder von der einen noch von der anderen Seite zu vereinnahmen gedenken lässt. Nüchtern erklärt er zunächst, was Christen unter „Schöpfung“ verstehen. Ausgangspunkt dafür sind sorgfältige Analysen der beiden Schöpfungserzählungen im 1. Buch Mose 1-2,4a und 2,4b ff., aus denen sich das christliche Schöpfungsverständnis entwickelt hat. Fischer skizziert dann in einem zweiten Schritt das in der Antike anhebende Naturverstehen, die sich daraus entwickelnde Naturwissenschaft sowie die vor allem aus der Quantenphysik und der Relativitätstheorie resultierende erkenntniskritische Selbstbegrenzung eines weit verbreiteten naturwissenschaftlichen Wahrheitsabsolutismus. In einem dritten Schritt beschreibt Fischer schließlich wesentliche Eckpunkte für einen Dialog zwischen Glaube und Naturwissenschaft, der das aus einem Ineinander über ein Nebeneinander erwachsene Gegeneinander zugunsten eines fruchtbringenden Miteinanders zu überwinden versteht.
Der unserem Amt verbundene ehemalige Rektor der Bochumer Ruhr-Universität Professor Dr. Günter Ewald, Mathematiker und Physiker, von mir zu Fischers neuem Buch befragt, kommentiert dieses so: „Die Beziehungen zwischen Glaube und Naturwissenschaft werden in klarer, verständlicher Sprache an entscheidenden Stellen herausgearbeitet. Dazu zählt insbesondere das neue Weltbild, wie es durch die Quantenphysik eingeführt worden ist. Es ist sehr verdienstvoll, wie Fischer in sinnvoller Anlehnung an Heisenberg und dessen Schüler Dürr markante Punkte herausarbeitet. Ich wünsche Fischers Beitrag, nicht nur in der Breite Wirkung zu entfalten, sondern auch als sachlich-konstruktive Stimme im Gespräch zwischen Wissenschaftlern Gehör zu finden.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.
Im Frühjahr hat der Theologische Verlag Zürich ein aufklärendes Buch des in Bad Nauheim ansässigen Theologen und Ikonenmalers Professor Dr. Helmut Fischer zur Frage „Musste Jesus für uns sterben?“ auf den Markt gebracht. Die erste Auflage war bereits nach sechs Wochen vergriffen. Diesem Buch ist nun ein weiteres Werk Helmut Fischers gefolgt, und zwar zu der Frage: „Haben Christen drei Götter?“
Das Thema mag überraschen, ist das Christentum doch neben dem Judentum und dem Islam eine streng monotheistische Religion. Dennoch gibt es Anlass, dieser Frage ernsthaft nachzugehen. Zum lehrmäßigen Kernbestand des christlichen Glaubens, der alle konfessionellen Grenzen umgreift, gehört die Vorstellung von der „göttlichen Dreieinigkeit“. Juden und Moslems sehen darin einen Abfall des Christentums in die Vielgötterei. Atheisten und Agnostiker diagnostizieren eine „höchst seltsame multiple Persönlichkeitsstörung“. Und auch viele Christinnen und Christen sehen sich im Blick auf die Trinitätslehre vor mancherlei Verstehensschwierigkeiten gestellt. Die Auskunft, bei der „Trinität“ handele es sich um ein „göttliches Geheimnis“, hilft da nicht weiter. Sie nimmt die Fragenden nicht wirklich ernst und gibt überdies vor, die Trinitätslehre sei „als unverständlicher Fremdkörper vom Himmel gefallen“ (S. 9). Dass dem nicht so ist, kann man jetzt in Helmut Fischers neuestem Buch nachlesen.
Mit der ihm eigenen geistigen und sprachlichen Disziplin hat er sich dieses schwierigen Themas angenommen. Zunächst erhebt er den biblischen Befund und klärt dabei vor allem, wie die Bezeichnung Jesu als „Sohn Gottes“ in den neutestamentlichen Schriften jeweils verstanden wird. Er beschreibt dann die doppelte Herausforderung, der sich die christlichen Gemeinden durch den Eintritt in die hellenistische Welt ausgesetzt sahen: „Sie mussten zunächst für sich selbst klären, wie sie angesichts der vielen hellenistischen Möglichkeiten ihr eigenes Gottesverständnis artikulieren konnten; sie mussten sich aber auch darüber verständigen, wie sie ihr Bekenntnis zu Gott und zu Christus ihren hellenistisch geprägten Zeitgenossen verständlich und glaubhaft vermitteln konnten, ohne in deren Denken aufzugehen.“ (S. 55). Fischer stellt anschließend dar, wie in diesem Prozess, auch unter Einflussnahme der Politik, das Denkmodell der «göttlichen Dreieinigkeit» entstanden ist, was es zum Ausdruck bringt und was das christliche Gottesverständnis von anderen unterscheidet.
Fischers theologisch und philosophisch fundierte Ausführungen sind nicht allein für die Hand von Theologinnen und Theologen bzw. Religionslehrkräften gedacht. Sie verhelfen vielmehr allen interessierten Leserinnen und Lesern dazu, selbst beurteilen zu können, welchen Stellenwert die Trinitätslehre für ihr eigenes Gottesverständnis hat. Und sie schließen eine Informationslücke für alle Ikonenfreundinnen und –freunde, die vielfach mit dem Motiv „Trinität“ konfrontiert werden, ohne dieses inhaltlich immer angemessen ausdeuten zu können.
Rechtzeitig vor Ostern 2008 hat der Theologische Verlag Zürich ein neues Buch des in Bad Nauheim ansässigen Theologen und Ikonenmalers Professor Dr. Helmut Fischer auf den Markt gebracht. Sein Thema ist der Tod Jesu und die nachfolgenden Deutungen dieses Ereignisses.
Fischer klärt zunächst unter Rückgriff auf außerchristliche Quellen über den historischen Tatbestand des Todes Jesu auf. Er beschreibt sodann die Wirkung dieses Ereignisses auf den Kreis der Anhänger Jesu und deren innere Verwandlung durch die ihnen eingestiftete Gewissheit, dass Jesus lebt.
In einem zweiten Teil wendet sich Fischer verschiedenen nachösterlichen Deutungen des Todes Jesu und späterer kirchlicher Ausformungen zu: „Jesu Tod – der Tod des Gottesknechts“, „Jesus, das Passalamm“, „Jesu Tod – ein Sühneopfer“, „Im Mitsterben mit Jesus liegt unser Heil“, „Jesu Tod – ein Lösegeld“, „Jesu Sterben als Offenbarung der göttlichen Liebe“. Fischer erläutert dabei die Hintergründe der jeweiligen Deutungen und kommt darüber zu dem Ergebnis: „Es gibt keine normativ richtige Deutung des Todes Jesu“ (S. 65).
Deshalb steht jede Generation vor der Aufgabe, den Tod Jesu je neu auslegen zu müssen. Ob diese Auslegungen theologisch legitim und angemessen sind, entscheidet sich, so Fischer, daran, ob sie „im Einklang mit jener unbedingten Liebe Gottes“ stehen, „die uns in Jesus als menschliche Lebenswirklichkeit begegnet, und die uns – sofern wir uns ihr öffnen – den Horizont für ein neues Menschsein und Leben aufschließt.“ (S. 78)
Das schon äußerlich ansprechende Buch zeichnet sich durch die Helmut Fischer eigene klare Sprache und Gedankenführung aus. Es lässt manches für den Zeitgenossen Anstößige in einem neuen Licht erscheinen und eröffnet all jenen wegweisende Horizonte, für deren Heil Jesus sogar sterben „musste“.
Mit diesem Buch legt Helmut Fischer einen „Reiseführer“ vor, der Leserinnen und Leser auf einem Weg von den Ur-kunden des christlichen Glaubens über die Entwicklung von Christusbildern bis hin zur Christusikone im orthodoxen Raum begleitet. In der theologischen Grundlegung arbeitet Fischer zunächst die vielgestaltigen Jesuszeugnisse der neutestamentlichen Schriften heraus. Dabei klärt er auch über die Entstehung und den jeweiligen Charakter dieser Schriften auf. Sorgfältig führt er dann in die Hintergründe und Bedeutungen der vielen Würdenamen Jesu ein. Besonders aufschlussreich sind seine Darlegungen zur Eigenart religiöser Symbolsprache. Sie räumen mancherlei Missverständnisse und Barrieren aus dem Weg, die aus einer auf die gegenstandsbezogene Sprache reduzierten Sichtweise entstehen müssen. Fischer beschließt den ersten Teil, indem er zum einen herausarbeitet, welches Jesusverständnis sich im Laufe der ersten Jahrhunderte auf welche Weise durchgesetzt hat. Zum anderen beschreibt er den Weg vom bildlosen Glauben der ersten Generationen über die Entwicklung des Christusbildes und den Bilderstreit bis hin zur Ikone als religiöser Erscheinung der Ostkirche. Im Mittelpunkt des zweiten Teils stehen jene Christusbilder, „die sich als ikonographisch und als theologisch definierte Typen durchgesetzt haben“ und ihre Bedeutung in unterschiedlichen szenischen Zusammenhängen entfalten. Dabei werden 35 farbige und 8 schwarz-weiß gehaltene Abbildungen eingeführt und interpretiert. Erneut hat der ehemalige Direktor des Friedberger Theologischen Seminars und Professor für Homiletik ein sachkundiges, sprachlich und sachlich präzise gefasstes Werk vorgelegt. Es erschließt einer breiten Leserschaft nicht nur die fremde orthodoxe Bilderwelt, sondern trägt auch zum Verstehen der Bilder der westlichen Kirche und des eigenen christlichen Glaubens hervorragend bei. Das Buch eignet sich daher gut für den Einsatz im Unterricht und in der Erwachsenenbildung. Bücherfreundinnen und –freunde werden überdies auch noch Freude an der hochwertigen Ausstattung des dennoch preiswerten Buch haben.
Seinem 2005 erschienenen Buch „Von Jesus zur Christusikone“ lässt Helmut Fischer jetzt eine Monographie über die wohl bekannteste Frau des Neuen Testamentes folgen: Maria, die Mutter Jesu. In der Bibel wird sie zwar nur am Rande erwähnt. Die Tatsache, dass sie die Mutter Jesu war, hat die nachfolgende Christenheit jedoch zur Entfaltung einer reichen Vorstellungswelt inspiriert. Dabei haben sich auffallende Unterschiede in den Marienverständnissen der römisch-katholischen, der orthodoxen und der protestantischen Kirchen herausgebildet. Hierüber sachkundig zu informieren und damit zugleich eine Hilfestellung für das ökumenische Gespräch zu geben, ist Fischers Ziel. Das Buch enthält zwei Schwerpunkte. Zunächst stellt Fischer die Hauptthemen der römisch-katholischen Marienlehre dar und setzt dazu jeweils die Positionen der protestantischen und orthodoxen Kirchen ins Verhältnis: „Maria die Gottesmutter“, „die Immerjungfrau“, „die unbefleckt Empfangene“ sowie „Die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel“. Eine zusammenfassende Würdigung leitet dann zum zweiten Schwerpunkt des Buches über: die Einführung in die Grundtypen der Marienikonen als Gestaltgebungen des facettenreichen orthodoxen Marienverständnisses. Zahlreiche Abbildungen unterstützen die Lektüre dieses Teiles. Dass Fischer seinem Buch Klärendes zu den Konfessionsbezeichnungen vorangestellt hat, stimmt Leserinnen und Leser von Anbeginn in die Absicht und die methodische Anlage des Buches ein und erweist sich für die Lektüre als sehr förderlich. Mit diesem sprachlich und sachlich präzise gefassten Buch erschließt Helmut Fischer einer breiten Leserschaft ein theologisch und frömmigkeitsgeschichtlich bedeutsames christliches Thema. Zugleich motiviert er damit auch zur Klärung des eigenen Glaubens und zu einem substantiellen Dialog der Konfessionen. Das Buch eignet sich gut für den Einsatz im Unterricht und in der Erwachsenenbildung. Bücherfreundinnen und -freunde werden sich überdies an der hochwertigen Ausstattung erfreuen.
Ein anregendes, zugleich nachdenklich stimmendes Buch für alle, die es mit den Themen Motivation, Macht und Kontrolle zu tun haben.
Wie kann Menschen geholfen werden, deren Selbst- und Weltverständnis durch traumatische Erfahrungen dauerhaft erschüttert wurden? Beate Steiner und Klaus Krippner, beide Psychotherapeuten und seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Psychotraumatherapie tätig, geben in diesem Buch ihre langjährigen umfangreichen Erfahrungen mit der von Professor Hanscarl Leuner in Göttingen begründeten Katathym Imaginativen Psychotherapie weiter. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Behandlung von Patienten, die in Kindheit und Jugend chronisch traumatisiert wurden. Darüber hinaus nehmen die Autoren aber auch Bezug auf die Behandlung akut Traumatisierter bei einer Krisenintervention. Der erste Teil rekapituliert Grundlagen und Konzepte und ist gleichzeitig der Einstieg in die Theorie der Psychotraumatologie. Wichtige und aktuelle Erkenntnisse aus der neurobiologischen Grundlagenforschung fließen hier mit ein. So werden beispielsweise Auswirkungen traumatischer Erfahrungen auf die Hirnfunktion und mögliche Konsequenzen für die Psychotherapie beleuchtet. Im ausführlichen zweiten Teil wird der erfolgreiche Einsatz Katathym Imaginativer Psychotherapie in der täglichen praktischen Arbeit mittels zahlreicher Fallbeispiele kenntnisreich vorgestellt. Die "Psychotraumatherapie" von Beate Steiner und Klaus Krippner vermittelt notwendiges Wissen und bietet unentbehrliche Hilfestellungen für alle, die traumatisierte Menschen zu betreuen haben.
Seiner Monographie „Starke fromme Frauen“ (Gießen 1996, 3. Aufl. 1999) lässt der Leipziger Professor Peter Zimmerling nun diesen Sammelband folgen. Neben ihm haben achtzehn weitere Autorinnen und Autoren daran mitgearbeitet. Eingeleitet wird der Band durch einen Beitrag über die „Mütter der Wüste“ Sarrha, Synkletika und Theodora (4./5. Jh.). Sie sind die ersten, literarisch greifbaren christlichen Seelsorgerinnen. Es folgen Portraits von Katharina Zell (1497/98-1562), Catharina Regina von Greiffenberg (1633-1694), Johanna Eleonora Petersen (1644-1724), Anna Nitschmann (1715-1760), Magdalena Augusta Kirchhof (1717-1796), Anna Schlatter-Bernet (1773-1826), Friederike (1800-1842) und Caroline Fliedner (1811-1892), Dorothea Trudel (1813-1862), Therese Stählin (1839-1928), Hedwig von Redern (1866-1935), Gertrud Bäumer (1873-1954), Elisabeth von Thadden (1890-1944), Anna Paulsen (1893-1981), Grete Gillet (1895-1970), Hanna Jursch (1902-1972), Katharina Staritz (1903-1953) und Trude Emmerich (1905-1983). Am Beispiel dieser achtzehn Frauen wird eindrucksvoll aufgezeigt, dass es in der Geschichte des Protestantismus durchgängig bedeutende, theologisch teilweise hervorragend ausgebildete Seelsorgerinnen gab. Sie haben nicht nur praktische Seelsorge ausgeübt und sich durch Mut und Zivilcourage ausgezeichnet, sondern auch seelsorglich ausgerichtete Veröffentlichungen vorgelegt. Die einzelnen Beiträge enthalten biographische Skizzen, Übersichten zu Werk und Wirken sowie exemplarische, teilweise erstmals dokumentierte und interpretierte Quellentexte. Damit wird eine bisher kaum wahrgenommene, wie sich bei der Lektüre des Buches allerdings bald zeigt, dennoch empfindliche Lücke in der Kirchengeschichtsschreibung geschlossen. Zugleich wird der Horizont über die an das Pfarramt gebundene Seelsorge hinaus geweitet und zu neuem Nachdenken über die Förderung einer gegenseitigen Seelsorge als Aufgabe aller Gläubigen angeregt.